Als nicht allzu häufig gehörtes Soloinstrument steht die Oboe für bemerkenswerten klanglichen Nuancenreichtum und immer wieder auch für ungeahnte musikalische Entdeckungen jenseits der ausgetretenen Pfade des Konzertrepertoires. Definitiv gilt dies auch für das unter den Interpreten für seine Originalität und seinen folkloristisch gefärbten Melodienreichtum geliebte, aufgrund seiner Virtuosität zugleich gefürchtete Konzert des Tschechen Bohuslav Martinu. Solist ist Stefan Schilli, der neben seiner Position als Solooboist im Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks auch als einer der begnadetsten Solisten auf seinem Instrument gilt und lyrische Tongebung mit virtuoser Brillanz vereint. Das Martinu-Konzert findet sich auch in Schillis vielfältiger Discographie – eingespielt mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Mariss Jansons. Zwei Romantiker bilden den klangvollen Rahmen für das filigrane Solokonzert: mit Dvorˇàks Waldtaube die letzte seiner Sinfonischen Dichtungen, die durch vollendete atmosphärische Dichte in ihren Bann zieht, sowie Schumanns von Optimismus und Aufbruchstimmung durchglühte „Rheinische“ Sinfonie: Widerspiegelung des Lebens und Verarbeitung persönlicher Inspirationen zweifellos, und dennoch zuallererst höchste sinfonische Kunst in Reinkultur.
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